Ich komme aus einer Zeit und ich komme aus einer Stadt. Der Unterschied ist, dass ich
immer wieder in die Stadt zurückkehre, jedes Jahr für ein paar Tage. Ich komme in die
Stadt und gehe wieder hinaus, aber die Zeit habe ich verlassen, in die Zeit kann ich nicht
mehr zurück.
Bekommt sie denn ein Kind? hatten die Leute gesagt. Und: Mit einem Mann?
Sie tuschelten es hinter verschlossenen Türen und ihren gekrümmten Händen.
Ich komme heute über die lange Straße in die Stadt, komme aus einer anderen Stadt, aus
der ich nun eigentlich bin. Als ich vom Bahnhof mit dem Bus dorthin fahre, wartet
meine Mutter an der Haltestelle und winkt. Neben ihr der Hund, der nicht zu ihr gehört,
sondern ein Teil von ihr ist. Menschen steigen aus dem Bus und meine Mutter macht
eine angestrengte Miene, der Hund auch und die Menschen machen einen Bogen um
uns. Ich umarme den Hund, dann meine Mutter und wir laufen mit ineinander
verschränkten Händen, zwischendurch zieht der Hund und wir warten.
Die Gartenzäune stehen gerade, die Blumen wild, alles hat seine Ordnung.
In der Küche ist mein Vater und nickt, er trägt die graue Schürze und der Ofen ist heiß.
Ich hebe leicht eine Hand, winke und laufe die Treppen hoch. Der Hund folgt mir und
wir erreichen ein Zimmer, das nicht mehr meins ist. Die Wände sind rosafarben, wo
einmal Poster hingen, ist die Wandfarbe blassrosa, rechts in der Ecke ist eine
vertrocknete Pflanze. Mitten im Zimmer steht ein Bügelbrett, auf dem Tisch liegen
Wäschestapel; Shirts, Unterwäsche, Hosen.
Ich gehe hin, betrachte eines der Höschen, es ist dunkelblau mit Spitze und hat vorne
einen Strassstein. Das ist die Wäsche, die nicht sonntags und nie draußen auf der Leine
aufgehängt wird. Ich fahre mit der Hand über den glatten Stoff, gehe mit zwei Fingern
in das Höschen, ziehe sie langsam wieder heraus. Dann mache ich mich auf die Suche.
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